Donnerstag, 30. Juli 2015

Die Welt ist kein Ozean - Miss Franziska und ihre Mission

Quelle: cbt
Die Welt ist kein Ozean


ORIGINALAUSGABE


Erscheinungstermin: 27. Juli 2015 
Paperback, Klappenbroschur,
352 Seiten, ab 14 Jahren, 13,5x21,5cm
ISBN: 978-3-570-16296-5

€ 14,99 [D] € 15,50 [A] | CHF 20,50* (*empf. VK-Preis) 
ebook € 11,99 [D] CHF 15,00* (*empf. VK-Preis) 


Verlag: cbt




die Autorin:

Alexa Hennig von Lange wurde 1973 geboren und begann bereits mit acht Jahren zu schreiben. 1997 erschien ihr Debütroman Relax, mit dem sie über Nacht zu einer der erfolgreichsten Autorinnen und zur Stimme ihrer Generation wurde. 2002 bekam sie den Deutschen Jugendliteraturpreis. Es folgten zahlreiche Romane für Erwachsene wie Jugendliche und Kinder, außerdem Erzählungen und Theaterstücke. Alexa Hennig von Lange lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Berlin.


Klappentext:

Ausgerechnet in einer psychiatrischen Klinik für Jugendliche will die 16-jährige Franzi ihr Schulpraktikum machen. Sie stellt sich das abenteuerlich und besonders vor – muss aber schnell erkennen, dass sie eine Welt betritt, in der die Normalität außer Kraft gesetzt ist. Hier trifft sie auf den 18-jährigen Tucker – und Tucker trifft sie voll ins Herz. Nach einem traumatischen Erlebnis spricht er nicht mehr. Tief in sich zurückgezogen, dreht er im Schwimmbad seine Runden, am liebsten unter Wasser, wo ihn keiner erreichen kann. Behutsam versucht Franzi, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Als ihr das gelingt, steht sie vor einer schweren Entscheidung: Soll sie wie geplant für eine Zeit ins Ausland gehen? Oder dem Herzen folgen, das gerade erst wieder zu sprechen begonnen hat?

Zitate:
"Seit ich auf der Welt bin, versucht meine Mutter, mich von allem fernzuhalten, was mich auch nur im Ansatz traumatisieren könnte. Aber genau darum fühle ich mich traumatisiert.Seite 7
"Ich halte mich an den langen Grasbüscheln fest, ziehe mich hoch, während über mir die Maschinen donnernd starten und landen. Dickbäuchige Giganten, wie Wale in einem endlosen, stillen Ozean, der mich stolz und schwarz umgibt.Seite 139
"Alles im Leben muss eine Zehn sein, sonst hat es keinen Zweck.Seite 166

Charaktere: 

Die wohlerzogene, 16-jährige Franziska, lebt mit ihrer Familie ein behütetes Leben in einem gut situierten Umfeld. Sie ist wohlerzogen, hilfsbereit und ein Philanthrop, der stets versucht anderen zu helfen oder einfach nur mit ihrer optimistischen Art für sie da zu sein. Auch wenn sie selbst dabei manchmal zu kurz kommt... 
Aber das reicht ihr nicht mehr. Von ihrer Mutter von jedem Risiko ferngehalten und "überbemuttert", wünscht sie sich nichts sehnlicher, als eigene Erfahrungen zu machen und zumindest ein einziges Mal auf eigenen Beinen zu stehen. Aus diesem Grund beschließt sie ihre schulische Praktikumswoche in der Psychiatrie zu absolvieren, um dort kranken Jugendlichen zu helfen und damit aus ihrer heilen Welt zu entfliehen.


Meinung:

Es kommt, wie es kommen muss... Unter allen Menschen, verliebt Franziska sich ausgerechnet in den unnahbarsten, verkorkstesten Psychiatrieinsassen Tucker. Er leidet seit einem traumatischen Erlebnis unter totalem Mutismus, einer Blockade verbal zu kommunizieren. 
Sein Schicksal ist tragisch, als er in der Klinik ankam wusste niemand, wer er war oder woher er kam...
Aus irgendeinem Grund berührt er sie, aber sie kann nicht greifen, woran es liegt. Zumal er ja nicht ein einziges Wort mit ihr gesprochen hat. Relativ bald stellt sich heraus, dass sie tatsächlich eine positive Wirkung auf ihn hat, auch wenn sie sich nicht erklären kann wie oder wieso. 
Könnte sie es vielleicht schaffen, ihn aus seiner Lethargie zu befreien und ihn dazu bringen, sein Trauma zu verarbeiten? So dass er vielleicht, ja vielleicht sogar am Ende wieder heilen und auch sprechen kann? Aber ist das überhaupt zu schaffen, oder werden bei dem Versuch nur er oder sie verletzt und am Ende bleiben zerstörte Hoffnungen?
Sie muss ihm helfen, nicht zuletzt, um auch ihren eigenen Weg und sich selbst zu finden, nichtsahnend wohin die Reise sie führt.

"Die Welt ist kein Ozean" ist die emotionale Reise eines Mädchens auf dem Weg zum Erwachsenwerden und ihrer Suche nach Glück. Tiefgründig, fröhlich, traurig, wie das Leben nunmal oft spielt. 
Denn wie wir alle wissen: das Erwachsenwerden kann auch mal schmerzhaft sein ;)

Die gewählte Ich-Perspektive für Franzi lässt uns ihren tiefgründigen Gedanken, aber auch ihrer spaßigen, flapsigen Art näherkommen und macht sie für den Leser sehr authentisch und sympathisch. Wir dürfen tief in ihre innere Zerrissenheit aber auch in ihre fröhliche Natur eintauchen, was den Lesegenuss nur umso emotionaler gestaltet. Das Ganze wird von dem jugendlichen Schreibstil unterstützt, der durchweg eingängig ist und perfekt zu der Geschichte passt :)

So manch einer wird bestimmt auch mal zum Taschentuch greifen müssen, selbst wenn es bloß dafür benutzt wird, Franziskas beste Freundin Nelli zu erschlagen, die die Geduld des Lesers doch ab und an recht stark strapaziert ;) 

Aber lest selbst, es lohnt sich!

  
Vielen herzlichen Dank an den cbt Verlag für dieses Rezensionsexemplar!


mein Fazit: 
                                 5 von 5 Sternen



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Sonntag, 26. Juli 2015

Monday Club - Das erste Opfer

Quelle: Oetinger
Monday Club 1: Das erste Opfer
von Krystyna Kuhn  

Erscheinungstermin: Juli 2015 

Gebunden mit Schutzumschlag, 384 Seiten
ab 14 Jahre
15,0x21,0 cm
ISBN: 978-3789140617

EUR 16,99 | EUA 17,50  
ebook EUR 12,99 | SFR 15,00 

Verlag: Oetinger





die Autorin:

Krystyna Kuhn, Nummer sieben von acht Kindern, wurde in Würzburg geboren. Sie hat auf dem Dachboden lesen gelernt und sich dort Geschichten ausgedacht. Nach dem Abitur studierte sie Germanistik, Russisch, Polnisch und Kunstgeschichte in Würzburg, Göttingen, Moskau und Krakau. Nach dem Studium schrieb Kuhn zunächst Fachbücher, bis sie im Jahr 2000 beschloss, Schriftstellerin zu werden. 2001 erschien ihr erster Roman "Fische können schweigen", gefördert durch das Literaturhaus München, der sofort für den Frauenkrimipreis nominiert wurde. Nach sechs Romanen für Erwachsene entdeckte sie ihre wahre Leidenschaft: Bücher über und für Jugendliche. Die Erfolgsserie "Das Tal" erschien 2012 bis 2014 in acht Bänden und wurde in mehr als zehn Sprachen übersetzt. Krystyna Kuhn lebt zwar jetzt wieder in der Nähe ihrer Großfamilie, aber zu Hause ist sie überall. Nicht nur in ihren Büchern.


Klappentext:

Kann ein Mensch zwei Mal sterben? Ein perfides Spiel um Wahn und Wahrheit!

Bei der sechzehnjährigen Faye Mason wurde bereits in früher Kindheit idiopathische Insomnie diagnostiziert, eine seltene Schlafkrankheit. Die schlaflosen Nächte hinterlassen Spuren: Oft kann sie Wirklichkeit und Fantasie nicht unterscheiden. Da geschieht etwas Entsetzliches: Fayes beste Freundin Amy kommt bei einem Autounfall ums Leben. Doch wenig später begegnet sie der totgeglaubten Amy auf der Straße. Halluziniert sie? Oder ist Amy noch am Leben? Faye sollte besser nicht zu viele Fragen stellen, auch nicht zum Monday Club, in dem alle wichtigen Leute der Stadt Mitglied sind.

Eine Tote, die lebt, und eine schlaflose Heldin, deren Alpträume wahr werden: der erste Band der Mädchen-Mystery-Trilogie der Extraklasse!







Zitate:
"Da war es wieder, das Gefühl, als steuerte ich auf etwas zu, was außerhalb meiner Kontrolle lag." Seite 64
"Es muss wohl eine Kälte geben, die von innen kommt und sich schlimmer anfühlt als jeder Schnee, jeder Eissturm. Die Seele friert ein, und eine Eisschicht legt sich über Herz und Lunge. Natürlich kann man dann nicht mehr atmen. Wozu auch? Man wird so zerbrechlich, so fragil, man kann jeden Moment zerspringen. In tausend Scherben." Seite 189

Charakter:

Faye lebt mit ihrem Vater und ihrer Tante Liz in Bluehaven, einem idyllischen Ort, wo jeder jeden kennt und auch nachts keiner die Tür abschließt. Von außen betrachtet, ist sie ein ganz normaler Teenager mit ganz typischen Problemen (Jungs, Schule), aber sie hat noch ein zusätzliches, weitaus schlimmeres Problem. Sie leidet seit ihrer Geburt an einer idiopathischer Insomnie, einer seltenen Schlafkrankheit. Auf Grund des ständigen Schlafmangels kann es passieren, dass sie in schlimmen Phasen Träume und Realität durcheinanderbringt, unter anderem hört sie dann Geräusche und Stimmen, die gar nicht existieren. Dies führt natürlich dazu, dass sie zuhause ständig bemuttert und wie ein rohes Ei behandelt wird, was ihr verständlicherweise nicht recht ist.


Meinung:

Bereits der Epilog ist sehr geheimnisvoll und bedrohlich gestaltet, so dass der Leser hier bereits einen guten Vorgeschmack darauf erhält, was ihn im Laufe der Story erwartet... 

Faye vermisst ihre beste Freundin Amy, die über Sommer auf einem Lernurlaub war, damit sie nach dem Abschlussjahr mit ihr auf die Harvard gehen kann. Aber als sie dann endlich zurückkommt, ist Amy komplett verändert. Was da vor ihr steht, ist definitiv nicht "ihre" Amy! Blass, in sich gekehrt, abgemagert... Von echter Wiedersehensfreude auch keine Spur! Was ist nur passiert? 

Von heute auf morgen scheint irgendetwas in Bluehaven vorzugehen. Selbst die verrückte Missy scheint NOCH verrückter zu sein als sonst!
Als dann ein tragisches Unglück geschieht, bei dem ihre beste Freundin Amy stirbt, zerbricht Fayes Welt. Und damit nicht genug!
Auf einmal scheint es, als würde sie selbst verrückt werden.
Erst sieht sie Amy nach deren Tod an der Bushaltestelle stehen und nach ihr rufen und dann bekommt sie auch noch eine SMS von ihr?? Aber ist das alles real oder nur Einbildung? Faye kann es auf Grund ihrer Trauer und ihrer Krankheit wirklich nicht mehr unterscheiden.
Und warum um alles in der Welt, kommt ihr der Neue im Ort, Luke Salerno, nur so bekannt, ja sogar vertraut vor, obwohl sie sich sicher ist, ihn noch nie zuvor gesehen zu haben???
Sie vermutet, dass der Monday Club -eine geheime Organisation, von der zwar jeder weiß, dass sie existiert, aber kein Außenstehender auch nur eine leise Ahnung hat, was dieser überhaupt ist und was dort vorgeht-, etwas wissen könnte.
Aber der Club wahrt seine Geheimnisse. Jede Antwort, die sie, wenn überhaupt, auf eine unangenehme Frage bekommt, klingt einstudiert und wirft nur noch mehr Fragen auf.
Aber Faye hat genug! Genug von ihrer Angst, der Geheimnistuerei und vor allem genug davon, sich ausgegrenzt zu fühlen.
In der Hoffnung, Antworten zu finden und vor allem, sich selbst nicht alles auf Grund ihrer Krankheit einzubilden, bleibt ihr eigentlich nur eine Möglichkeit: Sie muss sich selbst auf Spurensuche zu begeben. Zu diesem Zeitpunkt hat sie jedoch keine Ahnung, wie gefährlich das für sie werden könnte. Wenn sie nur wüsste, wem sie vertrauen kann?!

Spannend, düster, geheimnisvoll. Das sind die ersten Worte, die mir zu Band 1 dieser Trilogie einfallen. Dies war mein erstes Buch der Autorin und es wird keinesfalls mein letztes sein! Ihr bildhafter Schreibstil in Kombination mit Fayes aus der Ich-Perspektive erzählten Gedanken, Emotionen und Ängsten, ließen mich des Öfteren regelrecht erschauern. Eintauchen garantiert ;) Ich muss zugeben, manchmal hatte ich auch echt Herzklopfen :D

Obwohl ich auf Grund des Klappentextes und der Leseprobe eine komplett andere Vorstellung hatte, wurde ich dennoch definitiv nicht enttäuscht! Geheimnisse und Spannung von Anfang bis Ende, für mich war Monday Club ein absoluter Pageturner! Ich kann Band 2 kaum erwarten. :)


Vielen herzlichen Dank an Lovelybooks und den Oetinger Verlag für dieses Leserundenexemplar! 



mein Fazit: 
                                 5 von 5 Sternen



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Montag, 20. Juli 2015

Alles, was ich von mir weiß - Haltung. Atmen. Entspannen

Quelle: magellan
Alles, was ich von mir weiß 
von Adele Griffin  

Originaltitel: Loud Awake and Lost
Originalverlag: Alfred A. Knopf, New York 2013 
aus dem Englischen von: Birgit Salzmann 

Erscheinungstermin: 17. Juli 2015 

Hardcover mit Schutzumschlag, 
336 Seiten
ISBN: 978-3734850127
€ 16,95 [D] | € 17,50 [A] 

Verlag: magellan



die Autorin:

Adele Griffin ist die Autorin zahlreicher Kinder- und Jugendbücher und wurde bereits zweimal für den amerikanischen National Book Award nominiert. Sie lebt mit ihrem Mann Erich, ihren zwei kleinen Kindern und ihrem Hund Edith in New York..


Klappentext:

Als Ember einen schweren Autounfall verursacht und ihr Beifahrer Anthony dabei ums Leben kommt, ist nichts mehr so, wie es war. Ember überlebt schwer verletzt, kann sich jedoch an nichts mehr erinnern. Während ihre Eltern und Freunde nicht über die Geschehnisse reden wollen, stellt sich Ember immer wieder dieselben Fragen: Was ist in dieser Nacht passiert? Warum hat sie ihr Gedächtnis verloren? Und vor allem: Wer war Anthony? Bei der Suche nach Antworten trifft sie auf den geheimnisvollen Kai, der sie wie kein anderer zu kennen scheint. Gemeinsam versuchen sie, der Vergangenheit nachzugehen. Aber ist Ember wirklich bereit, die Wahrheit zu erfahren?


Zitate:
"Ich fühlte mich zerbrechlich. Durchgefroren. Einsam. Grob zusammengeflickt, wie ein Frankensteinmonster. Kaum auf dieser Welt, wie ein Geist." Seite 8
"Gott, waren die beiden gealtert. Wegen mir. Meine Schuld, alles meine Schuld." Seite 15
"Ihn gekannt zu haben, hätte schließlich nichts geändert. Ein Abend, ein Auto, eine Brücke, eine Überlebende. Ich war hier und er nicht. Das Gift dieser Erkenntnis war in mir. Jetzt und für immer." Seite 49
"Jeder Teil von dir ist dein wahres Ich, genau in dieser Minute, verstanden? Vergiss das nicht, bei jeder neuen Einzelheit, an die du dich erinnerst." Seite 160

Charaktere:

Die 17-jährige Ember hat einen schweren Autounfall überlebt. Dem Tod gerade so von der Schippe gesprungen, kann sie das Leben dennoch nicht so genießen, wie sie gern möchte.
Die letzten 6 Wochen sind auf Grund eines Schädel-Hirn-Traumas komplett aus ihren Erinnerungen verschwunden und sie weiß nicht, ob sie diese jemals zurückbekommen wird. Sie hat Angst vor dem Leben außerhalb der Klinik, fühlt sich noch nicht bereit dazu.
Dazu kommen ihre Schuldgefühle gegenüber ihren Eltern, da sie ihnen so viel Kummer bereitet hat. Die beiden sind verständlicherweise besorgt und behandeln Ember wie ein rohes Ei,

ebenso wie Rachel & Holden. Auch ihre beste Freundin und ihr Exfreund machen sich große Sorgen und versuchen für sie da zu sein, wo sie nur können
Rachel ist schon seit Kindertagen ihre beste Freundin. Sie sind zusammen durch dick und dünn gegangen und auch heute sind es oftmals Rachels blöden Witze, die Ember etwas von ihrem Kummer ablenken.
Holden war sozusagen Embers erste große Liebe. Seit ihrer Trennung, die bereits vor dem Unfall stattfand, sind sie gute Freunde, die vieles verbindet. Er ist lieb, warmherzig und würde vermutlich fast alles für Ember tun. Er ist ihr eine riesige Stütze und ihr Fels in der Brandung, wenn sie gar nicht mehr weiter weiß. In seiner Nähe fühlt sie sich wohl, hier ist ihr alles vertraut und sie kann etwas entspannen.
Ohne die beiden wäre Ember vermutlich hoffnungslos verloren. Bis zu dem Tag, an dem Sie Kai trifft…


Meinung: 

Bereits auf den ersten Seiten werden wir von einer unfassbaren Hoffnungslosigkeit empfangen. Ein Mädchen, das weder weiß, wer oder was sie ist, noch wo sie hingehört. 
Sie ist einsam, hilflos, ihr Körper lässt sie –auf Grund der schweren Verletzungen- oftmals ihm Stich und ihr Gehirn verweigert ihr wichtige Erinnerungen, ohne die sie sich unvollständig fühlt...
Es herrscht eine nahezu greifbare Trauer, die einem das Herz zu zerreißen droht. Unterstützt wird diese Stimmung noch durch den wunderbar emotionalen Schreibstil, der einen mitleiden lässt und des Öfteren einen großen Kloß im Hals verursacht. Die Vorstellung allein ist schon unbeschreiblich, das Ganze dann aus Sicht von Ember zu erleben, vertieft diese Empfindungen noch zusätzlich.

Schritt für Schritt muss Ember sich zurück ins Leben kämpfen. Aber das ist gar nicht so einfach, wenn einem die vielen vergessenen Dinge einfach nur Angst machen, und einem alles fremd vorkommt. 
Als sie dann auch noch erfährt, dass ein junger Mann namens Anthony bei dem Unfall ums Leben kam, packt sie das pure Entsetzen! 
Was muss man für ein Monster sein, um so etwas zu vergessen??? Irgendetwas verheimlicht ihr Gehirn vor ihr und so will und kann sie nicht mehr weitermachen… 
Wer war er? Was ist in den verlorenen Wochen und vor allem in der Nacht des Unfalls wirklich passiert? 
Und zusätzlich erscheint es ihr so, als ob alle ihr etwas verheimlichen wollen, wie auch zu Beginn das Thema Anthony. 
Aber ist das wirklich real? Oder spielt ihr noch immer angegriffenes Gehirn ihr einen Streich und macht sie stellenweise paranoid? 
Sie MUSS einfach Gewissheit haben, das Unwissen droht sie sonst von innen heraus aufzufressen. So begibt sie sich auf die Suche nach dem, was wirklich geschah… 
Aber wie findet man sich wieder, wenn man sich verloren hat??

Geheimnisvoll, emotional und mitreißend. Ein Buch, das mich gefesselt hat und nachdenklich zurücklässt. Gerne mehr davon!! :)


Vielen herzlichen Dank an den magellan 
Verlag für dieses Rezensionsexemplar! 



mein Fazit: 
                                 5 von 5 Sternen



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Sonntag, 19. Juli 2015

Was in den Schatten ruht

Quelle: Kosmos
Was in den Schatten ruht 


Erscheinungstermin: Juli 2015
laminierter Pappband
240 Seiten, ab 14 Jahren; 220x144mm (LxB)

ISBN: 978-3440144497
€/D 12,99 | €/A 13,40 [A]  
ebook €/D 9,99 

Verlag: KOSMOS





die Autorin:

Karen-Susan Fessel arbeitet als freie Schriftstellerin, Journalistin, Lektorin und Dozentin für Schreibseminare. Für ihre Romane erhielt sie bereits zahlreiche Auszeichnungen, darunter „Die besten 7 Bücher für junge Leser“ und den „Rosa Courage!-Preis“.


Klappentext:

Endlich Sommerferien! Wakeboarden und Lagerfeuer am See – nach dem Stress mit ihrem eifersüchtigen Ex-Freund genau das Richtige für Marla. Als dann auch noch der gut aussehende Keno auftaucht, scheint der Sommer perfekt. Doch plötzlich passieren seltsame Dinge in der Feriensiedlung: Reifen werden zerstochen, eine Vodoo-Puppe hängt vor Marlas Haus und Kenos jüngerer Bruder benimmt sich auch immer seltsamer. Steckt etwa Marlas eifersüchtiger Ex hinter den Anschlägen? Oder die Leute vom See, denen es gar nicht passt, dass Marla jetzt mit Keno zusammen ist? Bis Marla hinter das Geheimnis kommt, ist es fast schon zu spät...


Zitate:
"Eigentlich muss man es ihren Eltern hoch anrechnen, dass sie es geschafft haben, zusammenzubleiben. Die meisten Ehen, hat sie gelesen, zerbrechen, wenn ein Kind stirbt. Bei ihren Eltern ist auch etwas zerbrochen. Und in Marla auch. Aber das kriegt sie hin. Kriegt sie hin, kriegt sie hin." Seite 28
"Doch es geht ja nicht ums Essen, das ist Marla schon klar. Es geht um einen Plan. Darum, etwas in Aussicht zu haben. Und manchmal will Marla genau das eben nicht. Manchmal will sie die Zukunft wie Nebel: undurchschaubar. Aber dahinter wartet etwas, immer." Seite 54

Charaktere:

Marla, weitestgehend ein typischer Teenager, ist genervt. Jedes Mal in den Ferien dasselbe Ziel bereisen... PUHHH
Aber obwohl sie dieses Jahr gerne einmal etwas anderes gesehen hätte, freut sie sich dennoch, ihre alten Bekannten wiederzusehen und Zeit mit ihnen zu verbringen. 
Sommer, Sonne, Flirts, Wakeboarden und Freunde. Was könnte schöner sein? 
Doch der Schein trügt, zumindest zum Teil. Eine dunkle Wolke überschattet Marlas Leben und trübt die sommerliche Stimmung. Der Verlust ihrer Schwester Miriam hat der Familie schwer zugesetzt. 
Die Ehe ihrer Eltern kriselt und droht zu zerbrechen. 
Zusätzlich scheint keiner ihrer Freunde mehr der zu sein, der er vor einem Jahr noch war. Traurig über ihre Situation sowie ihren Verlust, und genervt von ihrem Exfreund, erscheint ihr die Ablenkung in Form von Keno, mehr als verlockend.

Keno ist neu im Ferienort. Er ist eher ein ruhiger Typ, der weitestgehend für sich bleibt. Seine Verantwortung gegenüber seinem Bruder, der sich unberechenbar verhält, -eine Last, die seine Eltern ihm aufbürden-,  beansprucht den Großteil seiner Zeit. Aufgewachsen in einem gehobeneren, gut situierten Elternhaus, geht es ihm finanziell gesehen zwar besser als den meisten Anderen, aber eine wirkliche Beziehung zu seinen Eltern, existiert nicht. Sie sind kühl und distanziert, somit sind die beiden Söhne den Alltag betreffend, weitestgehend auf sich selbst gestellt. 


Meinung: 

"Was in den Schatten ruht" handelt vordergründig von Jugendlichen, die langsam erwachsen werden. Eigentlich ein fröhlich, beschwingtes Thema, jedoch wird dem Leser recht schnell bewusst, dass dies nicht alles ist, was auf ihn zukommt. 
Bereits nach wenigen Seiten bemerkt man, dass diese fröhliche, ausgelassene Sommer-/Urlaubsstimmung im krassen Kontrast zu Marlas Kummer zuhause steht. Zu ihren Eltern, die sich eigentlich nur noch streiten, sowie der Trauer über ihre verstorbene Schwester. 
Darüberhinaus sind dieses Jahr irgendwie alle verändert. 
Und als plötzlich Fälle von Vandalismus auftreten und Marla sich zunehmend verfolgt fühlt, bekommt sie es dann doch mit der Angst zu tun. Wer könnte zu so etwas fähig sein und was will derjenige? 
Ist es ihr Ex Enis, der ihr sowieso die ganze Zeit schon droht? 
Der stille Dima, Keno´s seltsamer Bruder Arjan oder eher der verknallte Jap?? Irgendwie scheinen beinahe alle verdächtig zu sein... 

Die Autorin lässt nach und nach immer mehr Spannung aufkommen und unterstreicht diese noch durch Marlas Gefühl, heimlich beobachtet zu werden, Kribbeln im Nacken und einer nahenden und doch nie ganz greifbaren Bedrohung.

Die Geschichte um Marla und Keno war für mich durchgehend spannend und unterhaltsam, zumal der lockere Schreibstil die Seiten geradezu vorbeifliegen lässt. Eine schöne, fesselnde Sommerlektüre und das, obwohl am Ende Fragen offen bleiben, was jedoch der Thematik des Buches geschuldet ist. Aber das müsst ihr schon selbst lesen ;) 

Ich für meinen Teil, hätte mir jedoch ein paar Erklärungen bezüglich der Insiderbegriffe aus dem Wasserski-/Wakeboardsport gewünscht. Manche Szenen waren etwas schwieriger greifbar, da mir einfach das Verständnis gefehlt hat. Oder wisst ihr, was eine Funbox ist? Ich ehrlich gesagt nicht... :D 



Vielen herzlichen Dank an den KOSMOS 
Verlag für dieses Rezensionsexemplar! 



mein Fazit: 
                                 4 von 5 Sternen



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