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Wie viele von euch bereits mitbekommen haben, wird aktuell lautstark das Thema "Werbung", und wie man damit umzugehen hat, diskutiert. Die Verunsicherung unter den Bloggern ist mittlerweile groß, da die Umsetzung nicht so durchsichtig ist, wie wir "Nichtjuristen" es eigentlich bräuchten. Aus diesem Grund deklariere ich zukünftig bestimmte Details meiner Rezensionen, auch wenn ich keinerlei kommerziellen Zweck damit verfolge und auch noch nie eine monetäre Gegenleistung dafür erhalten habe. Aber ihr wisst ja: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Alternativ bliebe mir, aus Angst meinen Blog zu schließen! Da jedoch mein Herz daran hängt,
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Sonntag, 21. Februar 2016

Wir waren hier - Düster und emotional

Quelle: Ravensburger
Wir waren hier
von Nana Rademacher 

Erscheinungstermin: Februar 2016

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 
352 Seiten 
14,3x21,5cm
ab 14 Jahren

ISBN: 978-3-473-40139-0
14,99 € (D) | 15,41 € (A) 
ebook: 12,99 € (D)  

Verlag: Ravensburger





die Autorin:

Nana Rademacher, geboren 1966, studierte Sozialpädagogik in Bielefeld. Danach arbeitete sie beim NDR in Hamburg als Regieassistentin und Lektorin. Seit 2001 ist sie für den Südwestrundfunk in den Redaktionen Hörspiel, Feuilleton und Musik tätig und lebt derzeit als freie Autorin in Stuttgart. 
Quelle: Ravensburger


Klappentext:

Berlin im Jahr 2039: Die Stadt liegt in Trümmern, das öffentliche Leben ist längst zusammengebrochen. Für die überlebenden Menschen geht es um die nackte Existenz. Wie den Horror des Alltags, den Kampf gegen Hunger und Kälte überstehen? Mittendrin die 15-jährige Anna, die ihren Weg sucht und für das Leben und die Liebe kämpft – und für eine Welt, in der trotz allem eine Zukunft für sie möglich ist.  

Zitate:
"Früher ist tot. Genauso wie morgen schon heute tot ist." Seite 19
"Wenn die Welt voller Lügen und Misstrauen ist, was kann dann noch wahr sein?" Seite 35
"Wie soll ich das bloß sagen? Es fühlt sich menschlich an. Solange es Musik gibt, gibt es Hoffnung. Hoffnung, dass das Leben mehr ist als Krieg und dass das Gute gewinnt." Seite 136

Charakter:

Anna ist ein junges Mädchen, das außer Entbehrungen nicht viel kennt. Einerseits, weil es in den Trümmern so gut wie nichts mehr gibt, 
andererseits, weil ihre Eltern viel zu sehr mit sich selbst, dem Überleben und der Angst beschäftigt sind. Da bleibt für Anna nicht viel Aufmerksamkeit übrig. 
Das Meiste aus dem „Vorher“ kennt sie nur aus Erzählungen und den Großteil ihrer Zeit verbringt sie damit, mit ihrer besten Freundin Luki durch die verfallenen Gebäude zu ziehen um Nahrung zu suchen, oder sich mit ihr zusammen um die leicht zurückgebliebene Santje zu kümmern. Doch sie trägt ihr Schicksal tapfer und versorgt ihre Familie, auch, wenn sie oft traurig ist und sich allein gelassen fühlt.
 


Meinung:

Berlin in Schutt und Asche. In den Trümmern lebt Anna mit ihren Eltern. Zum Leben haben sie zu wenig, zum Sterben zu viel.
Nach Ressourcen- und Bürgerkriegen herrscht mittlerweile eine Militärregierung, aber den Menschen mangelt es dennoch an Allem. Nahrungsmittel, Wasser, usw., alles wird rationiert, aber es gibt dennoch nicht genug für alle. 

Die Winter sind kalt, die Sommer heiß und durch fehlende Kleidung, Krankheit und Schwäche, überstehen viele diese Extreme nicht. Der Tod ist ein immerwährender Begleiter der Überlebenden. Selbst der Strom ist nur sporadisch verfügbar, was Anna zumindest nutzen kann, um ihren Blog zu schreiben. Jedoch muss sie diesen gut verstecken, denn wer von der WePo -der WebPolizei- erwischt wird, hat harte Strafen zu befürchten. Doch in einem Leben voller Angst, Entbehrungen und Misstrauen, ist dieser Blog, neben ihrer besten Freundin Luki, das Einzige, was Anna aufrecht hält. Auch, wenn sie sich selbst damit in größte Gefahr begibt. Aber, was bleibt ihr denn sonst auch noch? 
Als sie dann über ihren Blog auch noch Ben kennenlernt, wird er noch wichtiger für sie, als einziger Ausweg aus ihrem trostlosen, entbehrungsreichen und einsamen Leben.

Die für Anna gewählte Ich-Perspektive in Kombination mit den kurzen, schlicht gehaltenen Sätzen, die die allumfassende Trostlosigkeit perfekt unterstreichen, vermittelt dem Leser ein gutes Verständnis und einen angenehmen Lesefluss. Sehr detailreich und fantasievoll gestaltet Nana Rademacher ein Bild von dem verfallenen, zerbombten Berlin, das man nahezu vor sich sehen kann.

Aber auch die Emotionen kommen nicht zu kurz. Die Angst ums Überleben, vor der Kontrolle des Militärs und den damit verbundenen Sanktionen, sowie die Kälte, Hitze und Armut sind so bildhaft geschildert, dass man tief in das Geschehen eintauchen kann.
Auch die Umstände, wie zum Beispiel, dass jeder den Kopf einzieht und sich primär um das eigene und das Überleben seiner Familie kümmert, sind mitreißend beschrieben und verleihen der Thematik noch mehr Tiefe. Aber auch die Hoffnung kommt natürlich nicht zu kurz. Anna´s Traum von einer besseren Welt und vor allem der Lichtschimmer, den sie durch Ben erfährt, schaffen eine emotionale Tiefe, die unter die Haut geht. 
Nur die Verbindung zu Anna habe ich nicht so ganz hinbekommen, irgendwie hat mir da ein emotionaler Zugang gefehlt. 
Nichtsdestotrotz hat mir die Geschichte um Anna und Ben sehr gut gefallen. 

Wir waren hier ist für mich ein fesselndes und emotionales Werk voller Abwechslung und unerwarteten Wendungen, das man unbedingt gelesen haben sollte. Eine berührende Dystopie, die einen nachdenklich zurücklässt.

Vielen herzlichen Dank an Ravensburger für dieses Rezensionsexemplar! 



mein Fazit: 
                                 4 von 5 Sternen


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Kommentare:

  1. Huhu, Jacqueline!

    Das hört sich auf jeden Fall sehr interessant an, das Buch steht auch schon auf meiner Liste. Ich werde wohl nicht drumherum kommen;)
    Schöne Rezi!

    Schönen Abend und lg,
    Claudia :)

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    1. Hi Claudia,

      vielen Dank! Viel Spaß beim Lesen, bin auf deine Meinung gespannt!

      LG
      Jacqueline

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